

Richtlinie für diese Tätigkeit ist die Zuchtbuchordnung. Diese regelt die ordnungsgemäße Durchführung der Zucht aller im Verband eingetragenen Zuchtpferde auf der Grundlage der genannten Gesetze und Verordnungen. Außerdem wird das Regelbuch der American Paint Horse Association (APHA) als weitere Grundlage verwendet, um die Verbindung zum Ursprungsverband zu gewährleisten. In der Zuchtbuchordnung sind vor allem die Zuchtziele, die Gliederung der Zuchtbücher und die Bedingungen von Zuchtbuchaufnahmen und Leistungsprüfungen beschrieben.
Das SPHA-Zuchtbuch unterscheidet jeweils zwei Hengst- und Stutbücher entsprechend der Qualität der Tiere. In das Hengstbuch I werden nur Hengste aufgenommen, die durch besondere Leistungen (bestandene Körung und Hengstleistungsprüfung oder entsprechende Turniererfolge) gezeigt haben, daß sie zu einer Verbesserung der Zucht beitragen werden. In das Stutbuch I (Hauptstutbuch) werden nur Stuten aufgenommen, die im Rahmen von Schauen mindestens mit der Note 6,0 (befriedigend) bewertet wurden oder besondere Showerfolge nachweisen können. Es wird nicht zwischen bunten und einfarbigen Paints unterschieden.
Zur Information der Züchter führt die SPHA Zuchtschauen durch. Im Mittelpunkt dieser Schauen stehen die Fohlen. Fohlen und Stuten werden an der Hand in den einzelnen Gangarten vorgestellt und in der Bewegung und im Stand durch den Zuchtleiter beurteilt und mit Wertnoten versehen. Die beste mögliche Note ist 10 (ausgezeichnet). Noten zwischen 6,5 und 7,5 zeigen, daß es sich um ein solides Pferd ohne besondere Mängel handelt.
Die Bewertungskriterien im Rahmen der Zuchtschauen sind andere als in den APHA-Halter-Shows. Die meisten Pferdekäufer wünschen sich ein leichtrittiges, nervenstarkes, schönes, gesundes und langlebiges Pferd. Im Gegensatz zum schnelllebigen Show-Geschäft mit seinen z. T. anderen Anforderungen werden diese Gesichtspunkte bei den Zuchtschauen der SPHA besonders berücksichtigt. Wesentliche Aspekte sind dabei das korrekte Fundament des Pferdes als Grundlage für eine lange "Haltbarkeit" und die Bewegungsabläufe als Voraussetzung für ein bequemes Reiten. Aus welcher Zuchtrichtung ein Fohlen stammt und wie es "zurechtgemacht" wird, ist nicht entscheidend. "Weidefohlen" und Fohlen aus sogenannten Performance-Zuchten haben die gleichen Chancen wie die Fohlen aus Halterlinien.
Höhepunkte im Zuchtjahr sind Körung und Leistungsprüfung. Die Körung eines Hengstes ist die Bewertung im Hinblick auf seine Eignung zur Verbesserung der Zucht entsprechend der Zuchtziele. Die Bewertung erfolgt durch eine Körkommission. Bewertungskriterien sind Rasse- und Geschlechtstyp und die Korrektheit und Qualität von Gebäude und Bewegungen in den einzelnen Gangarten an der Hand bzw. im Freilauf. Berücksichtigt werden auch das Temperament des Pferdes und der Gesamteindruck. Um gekört zu werden, muß ein Hengst die Note 7,0 (ziemlich gut) erreichen.
Die Hengstleistungsprüfung besteht aus Elementen der Westernreitdiziplinen Western Pleasure, Reining und Trail. Sie soll die Rittigkeit und Vielseitigkeit eines Hengstes und damit seine Zuchtqualitäten überprüfen. Eine bestandene Hengstleistungsprüfung ist ebenso wie eine bestandene Körung oder besondere Turniererfolge ein Gütesiegel für einen Hengst und damit eine Empfehlung für Stutenbesitzer.

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