

Die zweite Zuchtschau der SPHA/SQHA vom 18.-19.9.09

Herbstliche Akzente begleiteten den Auftakt der zweiten Zuchtschau in Deitingen. Die beiden Verbände Swiss Paint Horse Ass. (SPHA) und Swiss Quarter Horse Ass. (SQHA) hatten erneut zusammen organisiert, Änderungen vorgenommen und das Angebot ausgebaut. Am Freitagmorgen um 10.00 Uhr traten ein Paint- und drei Quarter Horse-Hengste zur Hengstkörung an. Zu Beginn wurden die Hengste vermessen, wobei das Verhältnis des Röhrbeins zum Bauchumfang beurteilt wurde. Bei der anschliessenden Pflasterprobe wurden alle Hengste auf dem Asphalt auf Lahmfreiheit im Schritt und Trab geprüft. Die weiteren Bewertungskriterien wurden in der Halle bei der Präsentation im Dreieck in Schritt und Trab und an der Longe beurteilt. Hierbei galt besonderes Augenmerk der Balance, Rücken-, Hals- und Beinaktion. Die Zuchtrichterinnen Kirstin Bär (DE) und Sandra Görtz (DE) instruierten den Teilnehmer, sich aufzustellen, so dass sie das Exterieur speziell nochmals auf Typ, Gebäude und Gliedmasse bewerten konnten. In der Schlussbeurteilung durch eine der Zuchtrichterinnen wurden die Einzelheiten zur Beurteilung jeweils erläutert und das Ergebnis verkündet. Alle Hengste wurden mit einer Bewertung von 7.25 und mehr gekört.
Um 13.30 Uhr durften die Quarter Horse-Stuten zur Vermessung erscheinen. Wie schon bei der ersten Zuchtschau im April dieses Jahres wurde auf die Pflasterprobe und das Vorstellen an der Longe verzichtet. Hier fiel den Zuchtrichterinnen besonders die sehr gute Qualität auf. Insgesamt erhielten vier der fünf Quarter Horse Stuten eine Bewertung von 8.0 und mehr, was den Eintrag ins Zuchtbuch 1 der SQHA und den Titel Elitestuten bedeutet.
Bei den Paint Horse-Stuten könnte sich Lil San Badger Olena ebenfalls den Eintrag im Zuchtbuch1 der SPHA freuen. An der Mitgliederversammlung der SPHA im 2010 wird über dich Zuchtbuchverordnung definitiv abgestimmt werden. Erst dann können die Resultate nachträglich anerkannt werden.
Zum ersten Mal war nach der Stutenshow die Leistungsprüfung für Hengste und Stuten im Programm. Zwei Quarter Horse-Hengste und zwei Paint Horse-Stuten stellten sich den Anforderungen. In der Leistungsprüfung musste ein Pattern nach dem Rulebook 2009 der APHA und dem Handbook 2009 der AQHA geritten und gerichtet werden.
Der Score aus dem Pattern hatte mit 60% den grössten Einfluss auf die Endnote, Schritt, Trab, Galopp und Rittigkeit / Benehmen wurden mit je 10% gewichtet. Von den vier Teilnehmern bestanden die Hengste die Leistungsprüfung. Wird die Leistungsprüfung nicht bestanden, kann das Pferd noch ein zweites Mal gezeigt werden. Danach ist ein Leistungsausweis für den Eintrag ins Zuchtbuch nur noch über ROM (Register of Merit) möglich.
Am Samstagmorgen wurde es turbulent, da sich das Teilnehmerfeld durch die Nachnennungen mehr als verdoppelt hatte. Die Organisatoren konnten dann Wartezeiten nicht verhindern, was eine gewisse Unruhe bei Teilnehmern und Helfer hervorrief. Die Paint Horse-Fohlen zeigten sich als Erste zur Bewertung. Vereinzelt begleiteten die Stuten ihre Fohlen bei der Präsentation, welche sich wie am Vortag auf Schritt und Trab im Dreieck und das Aufstellen an der Hand beschränkten. Auf die Vermessung verzichtete man bei den Fohlen, da es in dem Alter nicht aussagekräftig ist. Von den zehn Paint Horse-Nachkommen stach das Stutfohlen Saturday Nite Hocheko (NP) mit einer Bewertung von 8.05 heraus.
Das anschliessende Quarter Horse-Teilnehmerfeld umfasste sechs Stutfohlen und acht Hengstfohlen. Andys Lacky Luc (NP) holte sich mit der Bewertungsnote von 8.20 den ersten Platz bei den Hengstfohlen, Legend Of Sparklecrome (NP) dominierte mit der Punktzahl von 8.05 bei den Stutfohlen.
Gesamthaft fiel den Richterinnen auf, dass viele Teilnehmer zu wenig gut über den Ablauf und die Anforderungen informiert worden waren. Die Fohlen hatten Mühe, fünf Minuten still zu stehen oder waren schlecht halfterführig. Die Aufklärungsarbeit soll für das nächste Mal verbessert werden. Hierbei möchte ich anmerken, dass die SPHA im Vorfeld einen Vorbereitungskurs für Futurity-Newcomer angeboten hatte, welcher mangels Interesse gestrichen worden war. Unterstützung in dieser Form hilft Pferd und Besitzer und trägt dazu bei, dass die Richter die Gelegenheit erhalten, die positiven Aspekte eines Fohlens besser zu erkennen. Die SPHA freut sich also auf rege Teilnahme beim nächsten Futurity-Kurs.
Generell erachten die Zuchtrichterinnen die Schweizer Westernpferdezucht als gute Qualität, die durchaus mit Deutschland konkurrenzfähig ist. Mit jedem Pferd, das eine Gesamtnote von 7.5 und mehr erhalten hat, kann mit Stolz gezüchtet werden.

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